Es gibt Reisen, bei denen das Abenteuer schon beginnt, bevor man den Flughafenparkplatz überhaupt verlassen hat. Unsere Irland Rundreise gehört definitiv dazu.
Als wir am Flughafen in Dublin vor unserem Mietwagen stehen, fühlt sich zunächst alles ein wenig verkehrt herum an. Das Lenkrad ist auf der anderen Seite, der Verkehr fließt links und spätestens beim ersten Kreisverkehr fragt man sich kurz, ob die Idee mit dem Roadtrip wirklich so gut war. Gleichzeitig wissen wir aber auch: Wenn wir Irland so erleben wollen, wie wir es uns vorgestellt haben, brauchen wir genau diese Freiheit.
Zum Glück verfliegt die anfängliche Unsicherheit schneller als gedacht. Wir haben uns bewusst für einen Mietwagen mit Automatikgetriebe entschieden und würden das jederzeit wieder so machen. Gerade in den ersten Stunden ist man schon genug damit beschäftigt, sich an den Linksverkehr, die Schilder und den neuen Rhythmus auf der Straße zu gewöhnen. Wenn dann zumindest das Schalten wegfällt, macht das vieles entspannter.
Nach wenigen Kilometern fühlt sich der Linksverkehr überraschend normal an. Und spätestens in dem Moment, in dem Dublin langsam hinter uns verschwindet, verändert sich auch das Gefühl dieser Reise.
Die Straßen werden ruhiger, die Landschaft öffnet sich und überall taucht dieses satte Grün auf, das uns in den nächsten zwölf Tagen fast durchgehend begleiten wird. Hinter jeder Kurve wartet ein neuer Blick auf Hügel, Weiden oder kleine Orte und je weiter wir Richtung Westen fahren, desto mehr stellt sich dieses Gefühl ein, das wir uns von Irland erhofft hatten.
Jetzt beginnt unser Roadtrip wirklich.
Unsere Route durch Irland
Zwölf Tage sind wir im Oktober mit dem Mietwagen durch Irland unterwegs. Dabei versuchen wir ganz bewusst nicht, die komplette Insel einmal zu umrunden. Statt möglichst viele Kilometer und Sehenswürdigkeiten abzuhaken, konzentrieren wir uns vor allem auf den Westen und Südwesten des Landes.
Im Nachhinein ist genau das die richtige Entscheidung.
Unsere Route führt uns zunächst von Dublin nach Galway und von dort mitten hinein nach Connemara. Anschließend geht es entlang der Westküste zu den Cliffs of Moher, nach Doolin und mit der Fähre auf die Aran-Insel Inishmore.
Von dort reisen wir weiter Richtung Süden zum Loop Head, anschließend auf die Dingle Peninsula und zum Ring of Kerry, bevor sich unsere Route über Cork langsam wieder Richtung Dublin schließt.
Ein großer Teil dieser Reise verläuft entlang des berühmten Wild Atlantic Way. Doch schnell merken wir, dass es weniger die eine bestimmte Straße oder einzelne Sehenswürdigkeiten sind, die diesen Roadtrip besonders machen. Es sind vielmehr die Strecken dazwischen, die spontanen Stopps und die Orte, von denen wir vorher teilweise noch nie gehört haben.
Genau deshalb passt Irland so gut zu unserer Art zu reisen.
Warum Irland für uns ein perfektes Roadtrip-Land ist
Natürlich könnte man Teile Irlands auch ohne Mietwagen bereisen. Städte wie Dublin oder Galway sind gut angebunden und selbst längere Strecken lassen sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen.
Für uns würde dabei allerdings ein entscheidender Teil dieser Reise verloren gehen.
Denn das Schönste an Irland ist oft genau das, was zwischen zwei geplanten Zielen passiert.
Man fährt auf einer schmalen Landstraße, sieht plötzlich irgendwo zwischen den Hügeln einen See und hält an. Oder die Straße nähert sich der Küste und hinter einer Kurve öffnet sich unerwartet der Blick auf den Atlantik. Manchmal entdecken wir einen kleinen Parkplatz, steigen aus und laufen einfach ein Stück los, obwohl dieser Ort ursprünglich überhaupt nicht auf unserem Plan stand.
Genau diese Freiheit ist es, die unseren Roadtrip ausmacht.
Wir müssen nicht überlegen, wann der nächste Bus fährt oder wie lange wir an einem Ort bleiben dürfen. Wenn uns eine Landschaft gefällt, bleiben wir. Wenn das Wetter umschlägt, ändern wir spontan den Plan. Und wenn eine Straße interessant aussieht, können wir einfach abbiegen.
Gerade im Westen Irlands wird das Autofahren dadurch selbst zu einem Teil des Erlebnisses.
Von Dublin nach Galway – raus aus der Stadt
Nach unserer Ankunft lassen wir Dublin relativ schnell hinter uns und fahren direkt Richtung Westen. Etwa 210 Kilometer liegen zwischen Dublin und Galway und für die Strecke sollte man ungefähr zweieinhalb bis drei Stunden einplanen.
Am Anfang ist die Fahrt vor allem eine Gelegenheit, sich an das Auto und den Linksverkehr zu gewöhnen. Doch je weiter wir uns von Dublin entfernen, desto entspannter wird es.
Der Verkehr nimmt ab, die Landschaft wird offener und irgendwann fühlt sich das Fahren nicht mehr ungewohnt an. Statt ständig darüber nachzudenken, auf welcher Straßenseite wir sein müssen, bleibt plötzlich wieder mehr Zeit, um nach draußen zu schauen.
Galway ist für uns der perfekte Ausgangspunkt für die kommenden Tage. Die Universitätsstadt ist lebendig und bietet genügend Restaurants, Pubs und Unterkünfte, liegt aber gleichzeitig direkt vor einer Region, die uns am Ende stärker begeistern wird als alles andere auf dieser Reise.
Denn nur kurze Zeit später fahren wir weiter nach Connemara.
Und genau dort beginnt für uns das Irland, das hängen bleibt.
Connemara – hier beginnt für uns das eigentliche Irland
Wenn wir heute an unsere Irland Rundreise zurückdenken, gibt es eine Region, die sofort wieder Bilder im Kopf entstehen lässt: Connemara.
Für uns ist sie das absolute Highlight der gesamten Reise und wahrscheinlich genau der Ort, der unserem persönlichen Bild von Irland am nächsten kommt.
Sobald wir Galway hinter uns lassen, verändert sich die Landschaft. Die Straßen werden schmaler, der Verkehr weniger und um uns herum breiten sich Moorlandschaften, dunkle Seen und raue Hügel aus. Immer wieder fahren wir längere Strecken, ohne besonders vielen anderen Autos zu begegnen.
Links liegt ein See, rechts zieht sich das Moor bis zu den Bergen und irgendwo dazwischen schlängelt sich unsere Straße durch diese unglaubliche Weite.
Was uns an Connemara besonders begeistert, ist dabei gar nicht die eine große Sehenswürdigkeit. Es ist vielmehr dieses Gefühl unterwegs.
Wir halten ständig an, weil sich hinter der nächsten Kurve schon wieder ein neuer Blick eröffnet oder weil die Landschaft plötzlich so eindrucksvoll vor uns liegt, dass wir einfach aussteigen müssen.
Genau solche Momente sind es, die für uns einen Roadtrip ausmachen. Nicht möglichst schnell vom einen Highlight zum nächsten zu fahren, sondern sich die Freiheit zu nehmen, dort stehen zu bleiben, wo es sich gerade richtig anfühlt.
Und davon gibt es in Connemara ziemlich viele Orte.
Kylemore Abbey – wenn schon die Anfahrt zum Erlebnis wird
Eines der bekanntesten Ziele in Connemara ist die Kylemore Abbey. Allein die Fahrt dorthin gehört für uns zu den schönsten Strecken unserer gesamten Rundreise.
Die Straße führt durch Moorlandschaften, vorbei an Seen und zwischen rauen Hügeln hindurch. Immer wieder verändert sich die Landschaft und spätestens jetzt merken wir, dass wir für die Strecken in Irland deutlich mehr Zeit einplanen sollten, als ein Routenplaner zunächst vermuten lässt.
Nicht unbedingt, weil man langsam fahren muss.
Sondern weil man ständig anhalten möchte.
Irgendwann taucht zwischen all dem Grün die Kylemore Abbey auf. Das Gebäude liegt direkt am Wasser und wirkt mit den bewaldeten Berghängen im Hintergrund beinahe so, als wäre die gesamte Landschaft um dieses eine Motiv herum entstanden.
Natürlich ist die Abbey eines der bekannteren Ziele der Region. Trotzdem verliert sie durch ihre Lage für uns nichts von ihrer Wirkung.
Und auch hier gilt wieder: Mindestens genauso schön wie das Ziel ist der Weg dorthin.
Connemara National Park und Sky Road – einfach treiben lassen
Mit dem Connemara National Park und der Sky Road gibt es in der Region noch genügend weitere Gründe, nicht einfach nur für einen kurzen Tagesausflug vorbeizukommen.
Gerade die Sky Road steht für uns sinnbildlich für das, was das Autofahren in Irland ausmacht. Die Strecke ist nicht außergewöhnlich lang und trotzdem brauchen wir deutlich mehr Zeit als erwartet, weil sich immer wieder neue Ausblicke auf die Küste, kleine Buchten und die umliegenden Hügel öffnen.
Es sind keine Programmpunkte, die man nacheinander abhakt. Vielmehr entsteht irgendwann ein ganz eigener Rhythmus.
Fahren.
Etwas entdecken.
Anhalten.
Kurz rausgehen.
Weiterfahren.
Und wahrscheinlich fünf Minuten später schon wieder stoppen.
Connemara entschleunigt uns fast automatisch. Und genau das tut dieser Reise unglaublich gut.
Cliffs of Moher – bekannt, touristisch und trotzdem beeindruckend
Nach den ruhigen Landschaften Connemaras fahren wir weiter Richtung Süden zu einem Ort, den wahrscheinlich fast jeder schon einmal auf Bildern gesehen hat: den Cliffs of Moher.
Bei solchen bekannten Sehenswürdigkeiten sind wir häufig ein wenig skeptisch. Wenn man einen Ort bereits hundertmal auf Fotos gesehen hat und genau weiß, dass dort entsprechend viele Menschen unterwegs sein werden, ist die Erwartungshaltung automatisch hoch.
Die Cliffs of Moher schaffen es trotzdem, uns zu beeindrucken.
Erst wenn man selbst oben an der Küste steht, versteht man die Dimensionen dieser Landschaft. Die grünen Flächen brechen beinahe senkrecht zum Atlantik ab, tief unten schlagen die Wellen gegen die Felsen und der Wind erinnert einen permanent daran, wie exponiert man hier eigentlich steht.
Besonders eindrucksvoll ist es, die Klippen nicht nur von einem der zentralen Aussichtspunkte zu betrachten, sondern ein Stück entlang der Küste zu wandern. Mit zunehmender Entfernung verteilen sich die Besucher und der Blick richtet sich wieder stärker auf das, weswegen wir eigentlich hier sind: die Landschaft.
Trotzdem lernen wir im Verlauf unserer Reise noch etwas anderes.
Die bekanntesten Klippen sind nicht automatisch die eindrucksvollsten.
Irlands Küste braucht nicht immer ein Besucherzentrum
Je länger wir entlang der Westküste unterwegs sind, desto häufiger entdecken wir Orte, die kaum bekannt sind und uns teilweise genauso stark beeindrucken wie die Cliffs of Moher.
Keine großen Parkplätze, keine Eintrittskarten und teilweise kaum andere Menschen.
Stattdessen nur eine schmale Straße, eine Wiese, dahinter Felsen und der Atlantik.
Genau diese Orte bleiben bei uns besonders hängen.
Vielleicht auch deshalb, weil sie unerwartet kommen. Wir wissen vorher nicht genau, was uns erwartet, und stehen plötzlich irgendwo an der Küste, während der Wind vom Meer herüberzieht und außer uns kaum jemand dort ist.
Es ist diese Mischung aus bekannten Highlights und völlig ungeplanten Entdeckungen, die Irland für uns so spannend macht.
Doolin – klein, ruhig und genau richtig
Nach den Cliffs of Moher geht es für uns weiter nach Doolin. Ein kleiner Ort, der überschaubar, aber gleichzeitig unglaublich gemütlich wirkt. Und genau das brauchen wir gerade, denn diese Reise lebt für uns nicht davon, jeden Abend noch irgendeinen weiteren Programmpunkt abzuhaken.
Manchmal reicht auch einfach ein Pub, etwas zu essen und Livemusik im Hintergrund. Nach einem langen Tag draußen ist es ein tolles Gefühl, nirgendwo mehr hinzumüssen und einfach in der Wärme zu sitzen. Genau hier können wir die vielen Eindrücke des Tages noch einmal Revue passieren lassen, runterkommen und uns auf das konzentrieren, was einen Roadtrip für uns eigentlich ausmacht: unterwegs sein, viel erleben – aber sich zwischendurch auch bewusst Zeit nehmen.
Gerade diese Abende in den kleinen irischen Pubs bleiben uns deshalb genauso in Erinnerung wie manche der großen landschaftlichen Highlights. Draußen wartet der raue Atlantik, drinnen ist es warm, es wird geredet, gegessen und Musik gespielt.
Ein Kontrast, der irgendwie perfekt zu Irland passt.
Und Doolin ist für uns gleichzeitig der Ausgangspunkt für einen der schönsten Ausflüge dieser Rundreise.
Am nächsten Morgen geht es hinaus auf den Atlantik.
Inishmore – mit der Fähre auf die Aran Islands
Von Doolin fahren wir mit der Fähre nach Inishmore, der größten der Aran Islands. Die Überfahrt dauert ungefähr 40 Minuten und schon allein dadurch fühlt sich dieser Tag etwas anders an als die vorherigen.
Wir lassen den Mietwagen auf dem Festland zurück und erreichen eine Insel, auf der das Tempo noch einmal deutlich langsamer wird.
Inishmore wirkt ursprünglich und angenehm unaufgeregt. Grüne Wiesen werden von unzähligen Trockensteinmauern durchzogen, der Verkehr hält sich in Grenzen und dazwischen liegen immer wieder karge Flächen, die einen starken Kontrast zu dem satten Grün bilden, das wir bisher mit Irland verbinden.
Vor allem aber ist da diese Ruhe.
Die Insel fühlt sich nicht wie ein Ort an, den man möglichst effizient besichtigen sollte. Viel besser passt es, sich Zeit zu nehmen und die Landschaft langsam zu entdecken.
Genau das macht Inishmore für uns zu einem der Highlights dieser Reise.
Dún Aonghasa – eine Festung direkt am Atlantik
Zu den bekanntesten Orten auf Inishmore gehört Dún Aonghasa. Die historische Anlage liegt direkt an einer gewaltigen Klippenkante und bereits die Lage macht den Besuch besonders.
Hier endet die Landschaft nicht langsam.
Sie bricht einfach ab.
Unter uns liegt der Atlantik und vor uns scheint für einen Moment nur noch Meer zu kommen.
Die offene Landschaft, der Wind und die karge Umgebung verleihen diesem Ort eine ganz eigene Atmosphäre. Man steht dort oben und merkt wieder, wie sehr Irland von diesen Gegensätzen lebt.
Sanfte grüne Wiesen auf der einen Seite.
Raue Felsen und der Atlantik auf der anderen.
The Wormhole – ein Ort, der fast künstlich wirkt
Ein weiteres Highlight auf Inishmore ist The Wormhole, ein natürlicher, nahezu rechteckiger Felspool direkt an der Küste.
Gerade seine Form wirkt auf den ersten Blick so geometrisch, dass man kaum glauben möchte, dass sie natürlich entstanden ist.
Der Weg dorthin führt durch die karge Karstlandschaft der Insel und ist mindestens genauso Teil des Erlebnisses wie der Ort selbst. Hier gibt es keine große touristische Inszenierung und genau das gefällt uns.
Inishmore fühlt sich an vielen Stellen noch roh und ursprünglich an. Man muss ein wenig laufen, suchen und sich auf die Landschaft einlassen.
Dafür bekommt man dieses besondere Gefühl, wirklich draußen zu sein.
Zurück aufs Festland – und weiter Richtung Loop Head
Nach unserem Tag auf Inishmore geht es mit der Fähre zurück nach Doolin. Am nächsten Morgen setzen wir unsere Reise Richtung Süden fort.
Unser nächstes Ziel ist Loop Head.
Vor dieser Rundreise steht dieser Ort deutlich weniger weit oben auf unserer Liste als beispielsweise Connemara oder die Cliffs of Moher.
Im Nachhinein gehört er zu den Orten, an die wir am häufigsten zurückdenken.
Und vielleicht ist genau das eine der schönsten Eigenschaften eines Roadtrips: Manchmal sind es nicht die großen Namen, die am Ende hängen bleiben.
Loop Head – eine der größten Überraschungen unserer Reise
Schon die Fahrt zum Loop Head Lighthouse fühlt sich anders an. Die Straßen werden leerer, offene Weidelandschaften ziehen an uns vorbei und immer wieder taucht der Atlantik zwischen den Hügeln auf.
Je näher wir der Küste kommen, desto abgeschiedener wirkt die Umgebung.
Und irgendwann stehen wir wieder an diesen typisch irischen Klippen.
Nur dieses Mal fast ohne andere Menschen.
Der Wind vom Atlantik ist kräftig, das Meer liegt vor uns und hinter uns ziehen sich grüne Flächen bis zum Horizont. Im Vergleich zu den Cliffs of Moher wirkt hier alles ein wenig wilder und ursprünglicher.
Es gibt weniger Inszenierung und genau dadurch entsteht für uns ein intensiveres Naturerlebnis.
Rund um Loop Head liegen außerdem weitere sehenswerte Küstenabschnitte wie die Bridges of Ross. Auch hier zeigt sich wieder, dass man in Irland gar nicht unbedingt weit suchen muss, um beeindruckende Landschaft zu finden.
Man muss sich nur die Zeit nehmen, auch dort anzuhalten, wo nicht bereits zehn Reisebusse auf dem Parkplatz stehen.
Wild Atlantic Way – wenn die Straße selbst zum Highlight wird
Spätestens auf diesem Teil der Reise verstehen wir, warum der Wild Atlantic Way einen so besonderen Ruf hat.
Dabei ist es für uns weniger eine einzelne Straße, die beeindruckt. Es ist vielmehr dieses ständige Gefühl, dem Atlantik zu folgen und nie genau zu wissen, was hinter der nächsten Kurve auftaucht.
Mal verläuft die Straße direkt an der Küste, mal etwas weiter im Landesinneren. Zwischendurch führt sie durch kleine Orte und offene Weidelandschaften, bevor plötzlich wieder das Meer erscheint.
Autofahren ist hier nicht einfach notwendig, um von einem Ort zum nächsten zu kommen.
Es gehört zur Reise.
Wir merken immer wieder, dass wir deutlich langsamer vorankommen als ursprünglich gedacht. Nicht wegen des Verkehrs, sondern weil wir ständig stoppen.
Und irgendwann hören wir auf, uns darüber Gedanken zu machen.
Wenn ein Ort schön ist, dann bleiben wir eben.
Der nächste wartet auch morgen noch.
Dingle Peninsula – Irland zum Langsamwerden
Unsere Route führt uns weiter Richtung Süden auf die Dingle Peninsula. Nach all den Landschaften der vergangenen Tage könnten wir eigentlich meinen, irgendwann genug Küste, grüne Hügel und Atlantik gesehen zu haben.
Passiert aber nicht.
Stattdessen schafft es Dingle, all diese Elemente noch einmal auf eine andere Art miteinander zu verbinden.
Die Halbinsel bietet spektakuläre Küstenstraßen, Strände, kleine Orte und immer wieder Möglichkeiten, das Auto stehen zu lassen und zu Fuß weiterzugehen.
Gerade deshalb ist sie für uns eine perfekte Region für Slow Travel.
Hier muss man keinen komplett durchgetakteten Tagesplan haben. Eine schöne Straße, eine Wanderung, ein Strand und am Abend ein Pub reichen völlig aus.
Manchmal sogar mehr als das.
Slea Head Drive – eine unserer schönsten Panoramastraßen
Der Slea Head Drive gehört für uns zu den schönsten Straßen der gesamten Rundreise.
Die Route schlängelt sich entlang der Küste, vorbei an grünen Hügeln und kleinen Buchten. Immer wieder öffnen sich neue Blicke auf den Atlantik und je nach Licht wirkt dieselbe Landschaft wenige Minuten später schon wieder völlig anders.
Theoretisch kann man diese Strecke relativ schnell fahren.
Praktisch macht das für uns überhaupt keinen Sinn.
Viel zu oft wollen wir anhalten.
Manchmal für einen Aussichtspunkt, manchmal nur, weil irgendwo am Straßenrand eine Stelle auftaucht, von der aus der Blick besonders schön ist.
Genau solche Strecken sind der Grund, weshalb wir bei einer Irland Rundreise niemals nur die reine Fahrzeit einplanen würden.
Aus zwei Stunden werden schnell drei.
Oder vier.
Und das ist völlig in Ordnung.
Inch Beach und Dingle Town – einfach noch ein bisschen bleiben
Mit dem Inch Beach zeigt die Dingle Peninsula noch einmal eine ganz andere Seite.
Nach schmalen Straßen, Felsen und rauen Küsten liegt plötzlich dieser weite Strand vor uns. Meer und Himmel nehmen beinahe das komplette Blickfeld ein und für einen Moment wirkt die Landschaft viel offener als zuvor.
Auch Dingle Town selbst passt perfekt in diese Etappe. Der Ort ist überschaubar, bietet aber trotzdem genug Möglichkeiten für einen entspannten Abend.
Und wieder merken wir, dass uns diese Mischung besonders gut gefällt.
Tagsüber draußen unterwegs sein, die Küste entdecken und viel laufen.
Abends irgendwo einkehren, etwas essen und keinen weiteren Plan mehr haben.
Für uns ist genau das Urlaub.
Ring of Kerry – warum wir uns hier Zeit nehmen würden
Nach der Dingle Peninsula wartet mit dem Ring of Kerry eine weitere der bekanntesten Routen Irlands.
Die Panoramastraße lässt sich theoretisch an einem Tag komplett abfahren. Wir finden allerdings, dass man ihr damit ein wenig das nimmt, was sie eigentlich besonders macht.
Denn auch hier liegt der Reiz nicht in einem einzelnen Highlight.
Es ist die Abfolge der Landschaften.
Aussichtspunkte wie Ladies View, die Berge rund um Moll’s Gap, grüne Täler und immer wieder Blicke Richtung Küste sorgen dafür, dass sich die Umgebung permanent verändert.
Zwischendurch öffnen sich bei klarer Sicht Ausblicke Richtung Skellig Islands und auch hier erwischen wir uns immer wieder dabei, länger an einem Ort zu bleiben als geplant.
Genau deshalb würden wir für den Ring of Kerry nicht nur möglichst viele Kilometer einplanen.
Wir würden Zeit einplanen.
Das ist ein Unterschied.
Der Weg zurück – über Cork Richtung Dublin
Irgendwann kommt bei jeder Rundreise dieser Moment, an dem die Route wieder in Richtung Ausgangspunkt zeigt.
Für uns geht es von Kerry über Cork zurück Richtung Osten.
Nach all den kleinen Straßen an der Westküste, den Klippen, Moorlandschaften und spontanen Stopps fühlt sich dieser Teil der Reise bereits ein wenig wie Abschied an.
Zwölf Tage klingen am Anfang nach viel Zeit.
Unterwegs fühlen sie sich plötzlich erstaunlich kurz an.
Und genau da merken wir, wie gut es war, nicht versucht zu haben, die komplette Insel in diese Reise zu pressen.
Wir haben längst nicht alles gesehen.
Aber die Orte, an denen wir waren, konnten wir tatsächlich erleben.
Und das ist uns deutlich wichtiger.
Wie viele Tage braucht man für eine Irland Rundreise?
Nach unserer Erfahrung sind 10 bis 14 Tage ein sehr guter Zeitraum für eine Rundreise durch den Westen und Südwesten Irlands.
Sieben Tage sind ebenfalls möglich, dann muss man die Route allerdings deutlich stärker komprimieren und klare Schwerpunkte setzen. Wer in einer Woche Galway, Connemara, die Cliffs of Moher, Dingle und Kerry miteinander verbinden möchte, wird zwangsläufig einige längere Fahrtage haben.
Mit zwölf Tagen hatten wir deutlich mehr Luft.
Wir konnten anhalten, wenn uns danach war, mussten nicht bei jedem Wetter an unserem ursprünglichen Tagesplan festhalten und konnten manche Regionen über mehrere Tage erleben.
Gerade in Irland ist das für uns entscheidend.
Denn wer versucht, möglichst viel Strecke zu machen, verbringt irgendwann mehr Zeit im Auto als draußen.
Und dafür ist die Landschaft eindeutig zu schade.
Wenn wir drei Wochen zur Verfügung hätten, würden wir deshalb nicht unbedingt einfach mehr Regionen ergänzen.
Wahrscheinlich würden wir an einigen Orten einfach länger bleiben.
Die beste Reisezeit für Irland – warum uns der Oktober überrascht hat
Wir waren im Oktober in Irland unterwegs und hatten vorher natürlich das klassische Bild im Kopf: Regen, Wind und vermutlich noch etwas mehr Regen.
Die Realität sah überraschend anders aus.
Abgesehen von unserem ersten Tag hatten wir während der Reise überwiegend Sonnenschein und teilweise Temperaturen um die 18 Grad. Natürlich ist das keine Garantie für eine Reise im Herbst, denn gerade Irland ist für schnell wechselndes Wetter bekannt.
Trotzdem würden wir die Nebensaison jederzeit wieder wählen.
Die Straßen sind ruhiger, bekannte Sehenswürdigkeiten weniger überlaufen und gerade beim Wandern oder an den Küsten empfinden wir es als deutlich angenehmer, nicht ständig von großen Besuchergruppen umgeben zu sein.
Auch Frühling und früher Herbst eignen sich deshalb sehr gut für einen Roadtrip.
Im Sommer sind die Tage zwar länger und die Temperaturen etwas höher, gleichzeitig ist aber auch deutlich mehr los.
Am Ende ist wahrscheinlich weniger die Frage entscheidend, ob es irgendwann regnet.
Das wird in Irland vermutlich ohnehin passieren.
Wichtiger ist, ob man darauf vorbereitet ist.
Das Wetter in Irland – Zwiebellook gewinnt immer
Eine Sache lernen wir an der Atlantikküste ziemlich schnell: Die reine Temperatur sagt nicht besonders viel darüber aus, wie sich das Wetter tatsächlich anfühlt.
Vor allem der Wind kann kräftig sein.
Und wenn Regen dazukommt, fällt er nicht zwangsläufig gemütlich von oben. An den Klippen kann er genauso gut von der Seite kommen.
Deshalb funktioniert für uns das klassische Zwiebellook-Prinzip am besten.
Mehrere dünne Schichten lassen sich schnell anpassen, wenn sich Sonne, Wolken und Wind innerhalb kurzer Zeit abwechseln. Dazu gehört für uns unbedingt eine wasserdichte und möglichst winddichte Regenjacke.
Wer längere Wanderungen plant, sollte zusätzlich über eine Regenhose nachdenken. Sie wirkt zu Hause vielleicht noch etwas übertrieben, an einer windigen irischen Küste plötzlich überhaupt nicht mehr.
Auch feste, wasserdichte Wanderschuhe würden wir nicht missen wollen. Gerade abseits befestigter Wege kann der Boden schnell feucht und matschig werden.
Wenn man für Wind und Regen vernünftig vorbereitet ist, verliert das wechselhafte Wetter viel von seinem Schrecken.
Dann gehört es irgendwann einfach dazu.
Linksverkehr in Irland – unsere Erfahrung
Vor der Reise ist der Linksverkehr wahrscheinlich einer der Punkte, über den wir uns am meisten Gedanken machen.
Im Nachhinein war es deutlich unkomplizierter als erwartet.
Die ersten Kilometer brauchen Konzentration und besonders Kreisverkehre fühlen sich zunächst ungewohnt an. Sobald sich aber eine gewisse Routine einstellt, denkt man irgendwann kaum noch darüber nach.
Unser wichtigster Tipp wäre trotzdem:
Nehmt einen Mietwagen mit Automatikgetriebe.
Gerade zu Beginn hat es uns geholfen, uns vollständig auf Straße und Verkehr konzentrieren zu können, ohne zusätzlich mit der ungewohnten Hand schalten zu müssen.
Sobald wir Dublin hinter uns lassen, wird das Fahren ohnehin entspannter. Viele Straßen auf dem Land sind vergleichsweise leer.
Dafür sind sie teilweise ziemlich schmal.
Sehr schmal.
Gerade wenn plötzlich Gegenverkehr auftaucht, versteht man ziemlich schnell, warum die kleineren Mietwagen in Irland gar keine schlechte Idee sind.
Was kostet eine Irland Rundreise?
Wie teuer eine Irland Rundreise wird, hängt stark von Reisezeit und persönlichem Reisestil ab.
Bei unserer Reise im Oktober war vor allem der Mietwagen überraschend günstig. Für zwölf Tage haben wir inklusive Vollkaskoschutz rund 250 Euro bezahlt. In der Hauptsaison können die Preise allerdings deutlich höher liegen.
Bei den Unterkünften sind B&Bs für uns eine sehr passende Option. Sie lagen bei unserer Planung häufig zwischen ungefähr 60 und 120 Euro pro Nacht und Zimmer, abhängig von Region und Komfort. Gerade bei einer Rundreise mögen wir diese Art von Unterkunft, weil sie meist persönlicher und unkomplizierter ist als ein großes Hotel.
Für unsere Beispielrechnung mit zwei Personen und zwölf Tagen kamen wir auf ungefähr:
- 250 Euro für den Mietwagen
- rund 990 Euro für elf Übernachtungen
- etwa 180 Euro für Benzin
- ungefähr 600 bis 700 Euro für Essen und Getränke
- rund 100 Euro für Fähren und Eintritte
Damit lagen die Gesamtkosten bei etwa 2.100 bis 2.300 Euro für zwei Personen ohne Flüge.
Diese Zahlen spiegeln unsere Reise beziehungsweise unsere damalige Kalkulation wider und können je nach Saison natürlich deutlich abweichen. Gerade Mietwagen- und Unterkunftspreise würden wir deshalb für eine aktuelle Reise immer neu vergleichen.
Unsere persönlichen Highlights der Irland Rundreise
Wenn wir unsere zwölf Tage heute noch einmal durchgehen, fällt es uns schwer, die Reise auf einzelne Highlights zu reduzieren.
Denn viele unserer schönsten Erinnerungen hängen gar nicht an einer bestimmten Sehenswürdigkeit.
Trotzdem gibt es einige Orte, die besonders geblieben sind.
Connemara
Connemara steht für uns ganz oben.
Nicht, weil dort die spektakulärste einzelne Sehenswürdigkeit der Reise liegt, sondern weil uns die gesamte Region begeistert hat.
Diese Mischung aus Moor, Bergen, Seen, einsamen Straßen und ständig wechselndem Licht entspricht genau dem Irland, das wir gesucht haben.
Hier würden wir beim nächsten Mal wahrscheinlich sogar noch mehr Zeit verbringen.
Inishmore
Die Aran-Insel hat uns vor allem durch ihre Ruhe beeindruckt.
Trockensteinmauern, karge Landschaft, Steilküsten und kaum Verkehr sorgen dafür, dass sich der Tag dort komplett anders anfühlt als auf dem Festland.
Mit Dún Aonghasa und The Wormhole gibt es außerdem zwei Orte, die diesen rauen Charakter der Insel besonders gut zeigen.
Loop Head
Loop Head ist wahrscheinlich unsere größte Überraschung.
Vorher deutlich weniger präsent als die Cliffs of Moher, vor Ort aber mindestens genauso eindrucksvoll.
Vielleicht sogar mehr.
Gerade weil weniger Menschen unterwegs sind, fühlt sich die Küste hier ursprünglicher an.
Dingle Peninsula
Die Dingle Peninsula verbindet vieles, was wir an Irland mögen.
Schöne Küstenstraßen, Strände, kleinere Wanderungen, gemütliche Orte und genügend Möglichkeiten, einfach spontan irgendwo anzuhalten.
Hier könnten wir uns problemlos vorstellen, deutlich länger zu bleiben.
Die Straßen zwischen den Highlights
Vielleicht ist das am Ende sogar unser wichtigstes Highlight.
Nicht eine Sehenswürdigkeit.
Sondern das Unterwegssein selbst.
Eine Straße in Connemara, deren Namen wir längst vergessen haben.
Ein spontaner Stopp an der Küste.
Ein Aussichtspunkt irgendwo entlang des Wild Atlantic Way.
Momente, die in keinem Reiseplan standen und genau deshalb hängen geblieben sind.
Was wir bei der nächsten Irland Rundreise anders machen würden
Wenn wir diese Reise heute noch einmal planen würden, würden wir vor allem einen Grundsatz noch stärker verfolgen:
Weniger Strecke, mehr Zeit.
Zwölf Tage waren für unsere Route gut gewählt und trotzdem merken wir im Nachhinein, dass wir an einigen Orten problemlos länger hätten bleiben können.
Gerade Connemara und die Dingle Peninsula sind Regionen, die nicht davon profitieren, wenn man sie möglichst schnell durchquert.
Man muss ihnen Zeit geben.
Zeit für Wanderungen.
Zeit für spontane Abzweigungen.
Zeit für schlechtes Wetter.
Und Zeit für einen Nachmittag, an dem vielleicht einmal gar nichts Besonderes passiert.
Denn genau diese ruhigen Momente gehören für uns genauso zu einer Rundreise wie die großen Sehenswürdigkeiten.
Unser Fazit – für uns liegt das schönste Irland draußen
Irland hat uns vor allem dort begeistert, wo die Städte aufhören.
An der Westküste.
Auf schmalen Straßen.
Zwischen Moorlandschaften und Seen.
Auf einer Insel mitten im Atlantik.
An Klippen, an denen kaum jemand anderes steht.
Oder abends in einem kleinen Pub, wenn wir nach einem langen Tag draußen einfach nur noch irgendwo sitzen, etwas essen und die Eindrücke verarbeiten.
Natürlich gehören auch Orte wie die Cliffs of Moher zu einer ersten Irland Rundreise und wir würden sie keinesfalls auslassen.
Die Momente, die uns am stärksten in Erinnerung geblieben sind, fanden aber häufig abseits der bekanntesten Sehenswürdigkeiten statt.
Connemara hat uns mit seiner Weite begeistert.
Inishmore mit seiner Ruhe.
Loop Head mit seiner wilden Küste.
Und Dingle mit dieser Mischung aus Roadtrip, Natur und dem Gefühl, einfach noch ein bisschen länger bleiben zu wollen.
Vielleicht beschreibt genau das unsere Irland Rundreise am besten.
Wir sind nicht mit dem Gefühl nach Hause gefahren, jetzt alles gesehen zu haben.
Ganz im Gegenteil.
Wir wissen jetzt erst, wie viele Straßen wir noch nicht gefahren sind.
Und genau deshalb würden wir wiederkommen.
Irland Rundreise – die wichtigsten Fragen & Antworten
Wie viele Tage sollte man für eine Irland Rundreise einplanen?
Für eine erste Rundreise sollte man mindestens sieben Tage einplanen. Deutlich entspannter sind 10 bis 14 Tage, weil dann genügend Zeit für spontane Stopps, Wanderungen und wetterbedingte Änderungen bleibt.
Wir waren zwölf Tage unterwegs und empfanden diesen Zeitraum für unsere Route durch den Westen und Südwesten als sehr angenehm.
Welche Route eignet sich für 10 bis 14 Tage?
Unsere Route führte von Dublin nach Galway, weiter durch Connemara und zu den Cliffs of Moher. Anschließend ging es nach Doolin, mit der Fähre nach Inishmore, weiter zum Loop Head, auf die Dingle Peninsula und zum Ring of Kerry. Über Cork führte die Reise schließlich zurück Richtung Dublin.
Braucht man für eine Irland Rundreise einen Mietwagen?
Für unsere Art zu reisen würden wir ganz klar einen Mietwagen empfehlen. Gerade abgelegenere Küstenabschnitte, kleinere Straßen in Connemara und spontane Stopps entlang des Wild Atlantic Way lassen sich damit deutlich flexibler entdecken.
Ist der Linksverkehr in Irland schwierig?
Die ersten Kilometer sind ungewohnt, aber man gewöhnt sich erstaunlich schnell daran. Ein Mietwagen mit Automatikgetriebe hat uns den Einstieg deutlich erleichtert, weil wir uns komplett auf den Verkehr konzentrieren konnten.
Welche Region hat uns in Irland am besten gefallen?
Unser persönliches Highlight war Connemara. Die Mischung aus Moorlandschaften, Seen, Bergen und einsamen Straßen hat uns stärker begeistert als jede einzelne Sehenswürdigkeit.
Auch Inishmore, Loop Head und die Dingle Peninsula gehören für uns zu den schönsten Stationen der Reise.
Lohnt sich Inishmore?
Für uns ganz klar ja. Die größte der Aran Islands fühlt sich deutlich ruhiger und ursprünglicher an als viele Orte auf dem Festland. Besonders Dún Aonghasa, The Wormhole und die karge Landschaft machen einen Tagesausflug sehr besonders.
Lohnen sich die Cliffs of Moher trotz der vielen Besucher?
Ja. Auch wenn die Cliffs of Moher zu den bekanntesten und touristischeren Sehenswürdigkeiten Irlands gehören, sind ihre Dimensionen beeindruckend. Wir würden allerdings empfehlen, nicht nur am zentralen Aussichtspunkt zu bleiben, sondern ein Stück entlang der Klippen zu wandern.
Wann ist eine gute Reisezeit für Irland?
Wir waren im Oktober unterwegs und hatten überraschend viel Sonne und teilweise Temperaturen um 18 Grad. Grundsätzlich gefallen uns Frühling und Herbst besonders gut, weil weniger Besucher unterwegs sind und sich die Regionen entspannter bereisen lassen.
Das Wetter in Irland bleibt allerdings wechselhaft. Gute Regenkleidung gehört deshalb unabhängig vom Reisemonat ins Gepäck.
Ist Irland teuer?
Irland ist kein ausgesprochen günstiges Reiseland, lässt sich aber gut kalkulieren. Bei unserer zwölftägigen Reise lagen wir für zwei Personen bei ungefähr 2.100 bis 2.300 Euro ohne Flüge, inklusive Mietwagen, Unterkünften, Sprit, Essen, Fähren und Eintritten.
Die tatsächlichen Kosten hängen allerdings stark von Saison und Unterkunftsstandard ab.
Was sollte man für einen Irland Roadtrip unbedingt einpacken?
Für uns gehören eine wind- und wasserdichte Jacke, feste wasserdichte Schuhe und mehrere kombinierbare Kleidungsschichten unbedingt ins Gepäck. Wer viel wandern möchte, sollte zusätzlich über eine Regenhose nachdenken.
Gerade an der Atlantikküste kann sich das Wetter innerhalb kurzer Zeit verändern.
Was würden wir bei einer zweiten Irland Rundreise anders machen?
Wir würden noch langsamer reisen.
Statt mehr Stationen einzuplanen, würden wir wahrscheinlich länger in Regionen wie Connemara oder auf der Dingle Peninsula bleiben und noch mehr Zeit für Wanderungen und spontane Abstecher einplanen.
Denn genau dort liegt für uns der größte Reiz Irlands: nicht möglichst viel zu sehen, sondern sich Zeit für das zu nehmen, was unterwegs passiert.


